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Die Probezeit


Rechte während der Probezeit


Arbeitsrecht
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Am Anfang eines jeden Arbeitsverhältnisses steht die berühmte Probezeit. Bei Ausbildungsverhältnissen gibt es jedoch besondere Bestimmungen für die Dauer der Probezeit.

Vor Abschluss eines Ausbildungsvertrages sollte man also auch über die Probezeit informiert sein.

Um beiden Vertragsparteien den Einstieg zu erleichtern, sieht das Berufsbildungsgesetz (BBiG) obligatorisch die Vereinbarung einer Probezeit vor. Sie muss mindestens einen Monat und darf höchstens drei (neu: vier) Monate betragen. In der Regel wird eine Probezeit von drei Monaten vereinbart.

 

Die Probezeit - Sinnvoll oder nicht?

Die Auszubildenden sollen in der Probezeit prüfen, ob sie den richtigen Ausbildungsberuf gewählt haben, der ja Ausgangspunkt für die spätere Berufskarriere sein soll. Außerdem sollte man feststellen, ob einem der ausgewählte Betrieb für diese Ausbildung zusagt. Der Ausbildende muss prüfen, ob der Azubi die Eignung für den gewählten Beruf mitbringt und in den Ausbildungsbetrieb integriert werden kann. Beide Parteien sind nicht nur verpflichtet, sondern auch gut beraten, wenn sie die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Bedenkzeit nutzen.

Kündigung in der Probezeit

Die besondere Bedeutung der Probezeit liegt darin, dass das Ausbildungsverhältnis unter erleichterten Bedingungen von beiden Seiten kündbar ist, und zwar ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist. Eine Angabe von Kündigungsgründen ist während der Probezeit nicht erforderlich. Jedoch muss die Kündigung auf jeden Fall schriftlich erfolgen.

Auch während der Probezeit gelten die Rechte und Pflichten beider Vertragsparteien (Urlaubsabgeltung bei Kündigung) uneingeschränkt.

Kündigung nach der Probezeit

Nach Ablauf der Probezeit kann der Ausbildende den Auszubildenden nur noch außerordentlich bei Vorliegen eines wichtigen Grundes („fristlos") kündigen. Eine ordentliche Kündigung gibt es nicht mehr, dafür war die Probezeit da.

Der Auszubildende kann mit einer Frist von vier Wochen kündigen, wenn er den ursprünglichen Berufswunsch aufgegeben hat, also entweder gar keine Berufsausbildung mehr machen will oder eine andere Berufsausbildung anstrebt.

Kein Wechsel des Betriebes mehr möglich

Nicht mehr möglich ist der Wechsel des Auszubildenden von einem Ausbildenden zu einem anderen Ausbildenden, wenn der Ausbildungsberuf gleich bleibt.

Den Grund besteht darin, dass Auszubildende in der ersten Zeit ihrer Ausbildung Geld kosten, weil sie noch lernen und sich in die betrieblichen Routinen einfinden müssen und dabei vom Ausbildenden oder sonstigen damit Beauftragten angeleitet werden müssen, was außer der Ausbildungsvergütung weitere Kosten verursacht. Gegen Ende der Ausbildung sind sie im Idealfall eine vollwertige Arbeitskraft, die eine (verglichen mit der Vergütung von Angestellten) sehr geringe Vergütung erhält. Wenn ein Azubi in der zweiten Hälfte der Ausbildung wechselt, hat der eine Betrieb die Kosten, der andere, der den Azubi abgeworben hat, verdient daran. Das könnte so manchen Betrieb dazu verleiten, Azubis abzuwerben. Die Regelung soll also Ausbildende schützen, die neue Ausbildungsverträge abschließen. Für Auszubildende, die mit dem Verlauf der Ausbildung unzufrieden sind, sind sie ein echtes Hindernis beim Wechsel der Ausbildungsstelle.

Dann werden Sie sich mit ihrem alten Ausbildungsbetrieb auseinandersetzen müssen. In solchen Fällen ist aber die Beendigung eines Ausbildungsverhältnisses durch einen Aufhebungsvertrag möglich. Die Beendigung eines Ausbildungsverhältnisses durch einen Aufhebungsvertrag ist auch üblich, wenn der abgebende Ausbildungsbetrieb keine Einwände hat.

Wehrt er sich allerdings, kann die Eintragung des neuen Vertrages einige Zeit in Anspruch nehmen. Einen Fall, in dem sie verhindert wurde, kenne ich nicht.
Die Kündigung einer schwangeren Auszubildenden ist nicht möglich, auch nicht in der Probezeit.

Verlängerung der Probezeit

Wird die Probezeit für längere Zeit unterbrochen (z. B. durch Krankheit) stellt sich die Frage, ob eine Verlängerung möglich ist. Dies geht nur dann, wenn die Ausbildung um mehr als ein Drittel, bei dreimonatiger Probezeit also um mehr als einen Monat unterbrochen wird. Nicht zulässig ist dagegen eine Wiederholung der Probezeit.

Wenn im Ausbildungsvertrag eine längere Probezeit gesetzlich zugelassen vereinbart wurde, wird im Normalfall die Kammer die Eintragung dieses Vertrages in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse verweigern. Sollte sie dies versäumen, ist die Probezeit nach der gesetzlichen Höchstfrist beendet, eine ordentliche Kündigung durch den Ausbildenden scheidet nach der gesetzlichen Probezeit aus.

Konflikte in der Ausbildung

Bei Fragen und Problemen, die den Ausbildungsvertrag betreffen und nicht im Betrieb gelöst werden können, kann man sich an die für die Berufsausbildung zuständigen Kammern wenden. Dieser Weg ist vorgeschrieben, bevor das Arbeitsgericht angerufen werden darf. Der Auszubildende sollte dabei bedenken, dass die Kammern öffentlich-rechtliche Arbeitgeberorganisationen sind.

 


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