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Freistellung von der Berufsschule


Wann kann ein Auszubildender von der Berufsschule freigestellt werden?


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Die Ausbildung zum Bürokaufmann bzw. zur Bürokauffrau erfolgt im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Der Betrieb hat den Auszubildenden für die Berufsschule freizustellen.

Eine Freistellung von der Berufsschule ist nur aus besonderen Gründen möglich.

 

Jahresurlaub

Gemäß § 19 Abs. 3 des Jugendarbeitsschutzgesetzes soll der Urlaub den Berufsschülern in den Schulferien gegeben werden.

Freistellung von der Berufsschule aus besonderen Gründen

Gemäß § 6 Abs. 1 der Verordnung über die Berufsschule können Auszubildende im Einzelfall für einzelne Stunden durch die unterrichtende Lehrkraft beurlaubt werden (z.B. dringender Behördengang).

Freistellung von der Berufsschule aus zwingenden persönlichen Gründen

Gemäß § 6 Abs. 2 der Verordnung zur Berufsschule können Auszubildende bis zu 2 Unterrichtstagen im Schuljahr durch den Klassenlehrer, bis zu 5 Unterrichtstagen im Schuljahr durch den Schulleiter, darüber hinaus durch das Staatliche Schulamt freigestellt werden.

Die Gründe müssen aber zwingend, d.h. unabweisbar sein. Zum anderen haben sie in der Person des/der Auszubildenden begründet zu sein. Sind die Gründe nicht zwingend, so sind diese Angelegenheiten außerhalb der Schulzeit zu erledigen, ggf. ist dafür der Jahresurlaub heranzuziehen.

Die Auszubildenden, bzw. deren Erziehungsberechtigte haben die Freistellung rechtzeitig und schriftlich zu beantragen. Der Antrag hat einen Sichtvermerk des Ausbildungsbetriebes zu tragen.

Freistellung von der Berufsschule aus zwingenden betrieblichen Gründen, zur Teilnahme an Jugend- und Ausbildungsversammlungen sowie Betriebsversammlungen mit ausbildungsrelevanten Themenstellungen

Gemäß § 6 Abs. 3 der Verordnung über die Berufsschule können Auszubildende bis zur Dauer von 2 Unterrichtstagen im Schuljahr durch den Klassenlehrer beurlaubt werden. Über die Freistellung entscheidet die Schule auf schriftlichen Antrag des Ausbildungsbetriebes. Aus dem Antrag muss die Unabwendbarkeit der Freistellung ersichtlich sein. Alle vorhersehbaren betrieblichen Ereignisse (z.B. Saison- und Terminarbeiten) können i.d.R. kein Grund für eine Freistellung sein. Der Antrag hat rechtzeitig vor der Freistellung bei der Schule einzugehen. Eine eigenmächtige Freistellung durch den Ausbildungsbetrieb ohne Abstimmung mit der Schule stellt eine Ordnungswidrigkeit i.S. des Hessischen Schulgesetzes sowie des Berufsbildungsgesetzes dar.

Freistellungen von der Berufsschule auf Grund betrieblichen Urlaubs oder Betriebsferien

Gemäß § 6 Abs. 3. S. 1 Nr. 2 der Verordnung über die Berufsschule kann der Schulleiter Urlaub an bis zu 5 Unterrichtstagen gewähren. Dies ist nur in Ausnahmefällen möglich, da der Jahresurlaub ansonsten während der Schulferien zu nehmen ist. Ein begründeter Antrag ist rechtzeitig vor der beantragten Freistellung an die Schule zu richten.

Freistellung von der Berufsschule zur Durchführung von Auslandspraktika

Gemäß § 6 Abs. 4 der Verordnung zur Berufsschule können Schüler bis zu 3 Monate durch den Schulleiter beurlaubt werden. Ein begründeter Antrag ist rechtzeitig vor der beantragten Freistellung an die Schule zu richten.

Freistellung auf Grund gesetzlicher Vorschriften

Gemäß § 6 Abs. 5 der Verordnung über die Berufsschule können Auszubildende zur Teilnahme an Veranstaltungen gemäß den Betriebsverfassungsgesetz oder dem Personalvertretungsgesetz, Veranstaltungen nach dem Bildungsurlaubsgesetz oder dem Gesetz über Sonderurlaub für Mitarbeiter in der Jugendarbeit für 5 Unterrichtstage im Schuljahr durch den Schulleiter beurlaubt werden. Ansonsten erfolgt die Beurlaubung durch das Staatliche Schulamt. Die Beurlaubung erfolgt für die Dauer dieser Veranstaltungen. Die Antragstellung hat rechtzeitig unter Vorlage der notwendigen Unterlagen zu erfolgen. Nach Abschluss der Maßnahme ist eine Teilnahmebescheinigung vorzulegen.

Freistellung von der Berufsschule zur Teilnahme an überbetrieblichen Ausbildungsmaßnahmen

Gemäß § 6 Abs. 6 der Verordnung über die Berufsschule entscheidet der Schulleiter auf schriftlichen Antrag des Ausbildungsbetriebes über derartige Freistellungen, wobei eine Beurlaubung in den letzten 3 Monaten vor Abschluss der Ausbildung zu vermeiden ist. Der Antrag auf Freistellung soll in der Regel 3 Monate vor Beginn des Schulhalbjahres bei der Schule eingehen.

Entschuldigung bei Krankheit

Bei krankheitsbedingten Schulversäumnissen haben die Auszubildenden binnen 8 Tagen der Schule schriftlich den Grund des Versäumnisses mitzuteilen. Bei längeren Erkrankungen ist eine Kopie des Attestes (Original verbleibt im Betrieb) vorzulegen. Die Entschuldigung bzw. die Kopie des Attestes ist ebenfalls mit einem Sichtvermerk des Ausbildungsbetriebes zu versehen, damit auch Sie Kenntnis von dem Schulversäumnis erlangen.

Eine Bescheinigung über das Vorliegen einer Arbeitsunfähigkeit (z.B. wegen einer gebrochenen Hand) schließt nicht automatisch die Freistellung vom Besuch der Berufsschule ein. Daher sollte man auf einer präzisen Aussage des behandelnden Arztes bestehen, ob neben der temporären Arbeitsunfähigkeit auch eine Schulunfähigkeit vorliegt

Unterrichtsausfall

Bei vorhersehbarem Unterrichtsausfall während eines ganzen Schultages teilt die Schule den Ausbildungsbetrieben dies telefonisch oder schriftlich mit. Die Auszubildenden verbleiben dann im Betrieb.

Bei unvorhersehbarem Unterrichtsausfall für den ganzen Schultag oder von Randstunden am Ende eines Schultages werden die Auszubildenden in den Betrieb geschickt. Der Betrieb erhält hierüber eine Mitteilung der Schule.

Klassenfahrten / Studienfahrten / Projekttage

Zur Bildungsarbeit der Berufsschule gehören auch Veranstaltungen mit berufsbezogenem Schwerpunkt (z.B. Betriebsbesichtigungen, Studienfahrten) oder mehrtägige Veranstaltungen mit sportlichem Schwerpunkt sowie Projekttage.

Der Erlass über Schulwanderungen, Wanderfahrten, Schullandheimaufenthalte, Studienfahrten usw. sieht vor, dass in der Berufsschule 2 eintägige oder eine zweitägige allgemein bildende oder berufsbezogene Veranstaltung je Schuljahr und Klasse durchgeführt werden kann. Ferner kann eine Studienfahrt mit berufsbezogenem Schwerpunkt oder eine Veranstaltung mit sportlichem Schwerpunkt (z.B. Skifreizeit) bis zur Dauer von 6 Unterrichtstagen je Schülerjahrgang durchgeführt werden. Es handelt sich hierbei um Unterrichtsveranstaltungen besonderer Art. Die Auszubildenden sind zur Teilnahme verpflichtet, soweit nicht triftige Gründe im Einzelfall dagegen sprechen. Daraus folgt, dass auch der Betrieb verpflichtet ist, die Auszubildenden für diese schulischen Veranstaltungen freizustellen. Wenn diese Veranstaltungen länger als 2 Unterrichtstage dauern, wird dies mit dem Berufsschulunterricht an jeweils abzustimmenden Schultagen verrechnet.

Zeugnisse

Am Ende der Grundstufe (1. Ausbildungsjahr) und am Ende jedes Schulhalbjahres der Fachstufe erhalten die Auszubildenden ein Zeugnis der Berufsschule. Die Noten geben Auskunft über die Leistungen während des Ausbildungsabschnitts. Die Kenntnisnahme des Betriebes ist auf dem Zeugnis durch Unterschrift zu vermerken.

Am Ende der Ausbildung erhalten die Auszubildenden ein Abschlusszeugnis, dessen Noten Auskunft über die Leistungen während der gesamten Ausbildungszeit geben. Sollte das Ziel der Berufsschule nicht erreicht worden sein, so erhalten die Auszubildenden ein Abgangszeugnis.

Kommunikation / Ausbildersprechtag

Es ist selbstverständlich, dass sich Schule und Betrieb jederzeit über alle wesentlichen Angelegenheiten der Berufsausbildung gegenseitig informieren. Lassen Sie sich von Ihren Auszubildenden die Klassenbezeichnung und den Namen des Klassenlehrers / der Klassenlehrerin geben. Er / Sie ist Ihr erster Ansprechpartner.

Um das gegenseitige Kennenlernen der Lehrkräfte und der Ausbildungsbeauftragten zu fördern und gemeinsam interessierende Angelegenheiten grundsätzlicher Art zwischen Schule und Ausbildungsbetrieb zu erörtern, führt die Feldbergschule jährlich einen Ausbildersprechtag durch. Hierzu werden Sie schriftlich eingeladen.


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